In diesen warmherzigen Romanen der beliebten, erfolgreichen Sophienlust-Serie wird die von allen bewunderte Denise Schoenecker als Leiterin des Kinderheims noch weiter in den Mittelpunkt geruckt. Neben den alltaglichen Sorgen nimmt sie sich etwa des Schicksals eines blinden Pianisten an, dem geholfen werden muss. Sie hilft in unermudlichem Einsatz Scheidungskindern, die sich nach Liebe sehnen und selbst fatale Fehler begangen haben. Dann wieder benotigen junge Mutter, die den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben, dringend Unterstutzung. Denise ist uberall im Einsatz, wobei die Falle langsam die Krafte dieser groartigen Frau ubersteigen. Denise hat inzwischen aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle geformt, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreiprobe gestellt. Doch auf Denise ist Verlass.Der Sophienlust Bestseller darf als ein Hohepunkt dieser Erfolgsserie angesehen werden. Denise von Schoenecker ist eine Heldinnenfigur, die in diesen schonen Romanen so richtig zum Leben erwacht."Jetzt kannst du endlich unseren hochverehrten Chef kennenlernen. Dort hinten kommt er." Stella Wegener, der die Aufsicht uber die Drogerieabteilung des Kaufhauses oblag, deutete unauffallig in Richtung Tur, die sich gerade hinter einem hochgewachsenen, gutaussehenden Mann geschlossen hatte. Kerstin Hennings, ein bildhubsches Madchen von neunzehn Jahren, senkte rasch den Kopf und bemuhte sich, ihre Arbeit besonders ordentlich zu machen. Seit etwas uber zwei Wochen arbeitete sie schon in diesem Kaufhaus, raumte Regale ein und wischte mehrmals am Tag den Fuboden auf. Die Arbeit machte ihr keine Freude, aber sie war froh, da sie uberhaupt etwas arbeiten konnte. Zwar hatte Kerstin mit mittlerem Erfolg ihre Banklehre absolviert, aber nach der Abschluprufung ist sie leider nicht ubernommen worden. So war ihr nach langerem Suchen nichts anderes ubriggeblieben, als das Angebot von Merkels Kaufhaus anzunehmen. Seit uber einem Vierteljahr lebte sie schon mit ihrer schwerkranken Mutter in einer kleinen Wohnung am Rande von Maibach, damals war ihr Vater an einem unheilbaren Magenleiden gestorben. Noch hatte Kerstin seinen Tod nicht verwunden, dazu kam noch die Sorge um die Mutter, die mit jedem Tag verharmter aussah. Kerstin duckte sich noch tiefer in das unterste Regal, als sie fuhlte, da Richard Merkel immer naher kam. Ihr dunkles, schulterlanges Haar fiel nach vorne, und sie hatte es am liebsten zuruckgestreift, um ihn unbemerkt ansehen zu konnen. Nur einen Augenblick pate sie nicht richtig auf und schon geschah es. Eine Glasflasche mit Haarwasser rutschte ihr aus der Hand und fiel mit einem lauten Klirren zu Boden, wo sie in tausend Scherben zersprang. "Machen Sie das ofter so?" fragte Richard Merkel und runzelte mibilligend seine dunklen, dichten Augenbrauen. Um seine Lippen glitt ein etwas uberhebliches Lacheln. "Entschuldigen Sie bitte, ich war unvorsichtig", gab Kerstin kleinlaut zu und strich nun doch mit der linken Hand die Strahne zuruck. Ihr Blick wanderte von den schwarz glanzenden Schuhspitzen hinauf, an der exakten Bugelfalte seiner dunklen Hose entlang, bis zu dem markant geschnittenen Gesicht des Mannes.
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